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Im Dorfblitz vom 24. März 2022 ist ein lesenswerter Artikel über das Projekt Trittsteingärten erschienen.

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Projekt Trittsteingärten: Informationen und Anmeldemöglichkeiten

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Das neuste NBN Info Nr. 31

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Infos und Links zu einheimischen Pflanzen

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Trittsteingärten und Trittsteinbalkone

Allgemeines

Der Naturschutz Bassersdorf Nürensdorf NBN hat sich zum Ziel gesetzt, sich noch stärker für die Biodiversitätsförderung im Siedlungsraum einzusetzen. Dies knüpft an frühere Bestrebungen an wie die Naturgartenprämierungen 2003 und 2004, Naturgarten-Exkursionen sowie die Neophyten-Bekämpfungsaktionen innerhalb und ausserhalb des Siedlungsraumes seit vielen Jahren.

Aufgrund der flächenmässigen Abnahme und Intensivierung des Landwirtschaftraumes sowie der Zunahme der Verkehrsflächen und des Siedlungsraumes (inklusive Verdichtung gegen innen) ist die Bedeutung des Grünraumes innerhalb der Dörfer für die Biodiversität stark gestiegen. Die Gärten, Balkone und die Grünanlagen der öfffentlichen Gebäude haben ein hohes Potiential für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität.

Naturnah gestaltete Gärten und Balkone stellen für Insekten, Reptilien, Amphibien und Kleinsäuger wertvolle Lebensräume dar. Die Tiere brauchen ein  genügend grosses Nahrungsangebot sowie sichere Brut- und Überwinterungsplätze und Verstecke.
Dafür müssen in den Gärten vorwiegend einheimische blühende Pflanzen sowie einheimische Sträucher und Bäume wachsen. Weiter ist auch wichtig, dass unterschiedliche Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen, Scheiterbeigen und Trockenmauern, Ruderalflächen oder eventuell ein Gartenteich vorhanden sind. Ebenso von Bedeutung ist auch eine schonende Pflege des Gartens wie zum Beispiel gestaffeltes Mähen der Wiesen und Stehenlassen von Stauden oder Altgrasstreifen über den Winter. Ganz verzichtet werden sollte in naturnahen Gärten auf den Einsatz von Pestiziden, Mährobotern und Dekobeleuchtung.

Von grosser Wichtigkeit ist auch, dass die naturnahen Gärten nicht zu weit auseinander liegen. Es braucht ein engmaschiges Netz von solchen wertvollen Gärten. Die Tiere müssen sich von Garten (Balkon) zu Garten (Balkon) wie von Trittstein zu Trittstein bewegen können. So wird der Lebensraum der Tiere innerhalb der Siedlungen noch grösser und wertvoller. Der NBN nennt die naturnahen Gärten und Balkone in seinem aktuellen Projekt deshalb Trittsteingärten und Trittsteinbalkone, um den wichtigen Vernetzungsaspekt noch mehr zu betonen.

Projekt Trittsteingärten und Trittsteinbalkone

(im Folgenden abgekürzt Trittsteingärten genannt)

Der NBN plant, die in Bassersdorf, Nürensdorf und Brütten bereits bestehenden Trittsteingärten zu erfassen und auf einem Plan festzuhalten. So können wir sichtbar machen, wie dicht dieses Netz bereits ist und wo noch Lücken vorhanden sind.

Der NBN startet das Projekt anfangs 2022 mit einem Aufruf an die Mitglieder und allgemein die Bewohner unserer drei Gemeinden, sich zu melden, wenn sie bereits einen naturnahen Garten haben mit dem Ziel, die Biodiversität zu schützen und fördern. Dies müssen nicht „perfekte“ Naturgärten sein. Es müssen auch nicht alle später folgenden Kriterien eines naturnahen Gartes bereits erfüllt sein. Es gibt bei diesem Projekt auch keine Naturgartenprämierung. Es geht allein darum, zu erfahren, wo sich in unseren Gemeinden Gärten befinden, die neben dem Nutzen für den Menschen auch den einheimischen Tieren Lebensraum bieten.

Der NBN plant, das Projekt in den folgenden Jahren fortzusetzen mit möglicherweise anderen Schwerpunkten, immer mit dem Ziel, die Biodiversität im Siedlungsraum zu fördern.

Im März 2022 hat der Dorfblitz einen lesenswerten Artikel über das Projekt Trittsteingärten veröffentlicht

Kriterien für Trittsteingärten und Trittsteinbalkone

Es sollten einige der folgenden Kriterien erfüllt sein, damit ein Garten oder Balkon als Trittsteingarten oder Trittsteinbalkon gilt. Bewusst wird nicht eine genaue Anzahl erforderlicher Kriterien angegeben. Auch das gleichzeitige Vorhandensein von sorgfältig ausgewählten Kulturpflanzen oder Rasenflächen ist durchaus möglich. Auf invasive Neophyten sollte verzichtet werden.

Allgemein

  • Interesse an einer vielfältigen Biodiversität und Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen

Pflanzenwahl und Kleinstrukturen

  • Blumenwiese oder Blumenrasen
  • einheimische blühende Wildstauden oder einheimische einjährige Pflanzen in  Blumengarten, Rabatten oder Balkonkistchen/Töpfen 
  • Einheimische Sträucher, Wildhecken
  • Einheimische Bäume, Obstbäume, absterbende alte Bäume
  • Ruderalflächen oder sandige, kiesige oder offene Bodenstellen ohne Vegetation
  • Steinhaufen oder Trockensteinmauer
  • Asthaufen oder Scheiterbeige
  • Gartenteich oder Insektentränke
  • Igeldurchgängigkeit an mindestens 2 Stellen im Garten
  • Nisthilfen für Vögel (Gebäudebrüter), Fledermäuse oder Insekten

Gartenpflege

  • Bekämpfung von invasiven Neophyten (siehe Schwarze Liste und Watch Liste)
  • Kein Einsatz von Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden
  • Kein Einsatz von Mährobotern und Fadenmähern
  • Einsatz der Sense zum Mähen der Wiese
  • Gestaffeltes Mähen der Wiese, Stehenlassen von Altgrasstreifen über den Winter
  • Stehenlassen der Wildstauden über den Winter, Tolerieren einer gewissen „Unordnung“ im Garten
  • Keine nächtliche Dekobeleuchtung im Garten
  • Vermeiden von Tierfallen (Schächte, Glas) oder Anbringen von Schutzvorrichtungen bzw. Ausstiegshilfen


Ablauf für den Gartenbesitzer

Anmeldung eines Trittsteingartens

Die Anmeldung ist ab sofort mittels dieses Selbstdeklarationsformulars möglich.

Sie können sich auch per Mail oder per SMS/Mobile auf 079 763 80 44 anmelden.

Trittsteingartenbesuch

Im Anschluss an die Anmeldung besucht ein NBN-Team den Gartenbesitzer und macht sich ein Bild vom Garten vor Ort und erfährt im Gespräch Interessantes über den Garten. Wenn der Garten naturnahe Aspekte aufweist, dann wird er ins Projekt aufgenommen und auf einem Plan aufgezeichnet. Wünschenswert ist, wenn der Gartenbesitzer dem NBN Fotos von seinem Naturgarten zur Verfügung stellt.

Die Gartenbesuche finden zwischen Mai und Oktober statt.

Die Teilnehmer werden Ende Jahr über die Erkenntnisse des Trittsteingartenprojektes und über die Fortsetzung informiert.

Wir freuen uns auf viele Anmeldungen und das Kennenlernen der Trittsteingärten und -balkonen in unseren Gemeinden.